Vortrag: "Die Kunst , Wichtiges von Unwichtigem zu trennen" - Spagyrische Rezepte bei Rückenschmerzen
Wann ?
Am 21.04.2012 um 11:00 Uhr
Wo ?
Raum 26
Referent
Dr. Harald Kämper
Vortragsabstrakt
Die Spagyrik beschreibt ein Verfahren nach Paracelsus zur Gewinnung von Heilmitteln aus Pflanzen. Dabei werden in verschiedenen Schritten wertvolle feste, alkoholische und ätherische Wirkstoffe aus der Pflanze gelöst und zu einem Wirkprinzip wieder vereinigt. Unwichtige Faserstoffe oder Giftstoffe werden bei der Herstellung abgebaut..
Dieses alchemistische Herstellungsprinzip spiegelt sich im Therapeuten bei der Patientenbefragung, der Befunderhebung und der Zusammenstellung der individuellen Rezeptur wieder. Wichtiges Heilmittelanzeigendeswird registriert und zur Mittelfindung herangezogen, Banales, Alltägliches wird verworfen. Diese augenscheinliche Ähnlichkeit zum homöopathischen Repertorisieren ist jedoch nicht darauf ausgerichtet, Arzneimittelsymptome beim Patienten wieder zu finden, sondern dient der Frage, welches Heilpflanzenprinzip, welche „Idee“ das Defizit des Patienten ausgleichen kann. Zwar geben die phytochemisch definierten Inhaltsstoffe einer Pflanze Anhaltspunkte über die Wirkweise auf organischer (Sal) und funktioneller (Merkur) Ebene, die Seele des Arcanum jedoch, das Individuelle (Sulfur), erschließt sich erst aus dem Erscheinungsbild, dem Wuchs, den Anpassungs-, Verlockungs- und Abwehrstrategien der Pflanze.
Am Beispiel der häufig im Praxisalltag anzutreffenden Rückenschmerzen soll gezeigt werden, welche spagyrischen Heilpflanzen zum Einsatz kommen, nach welchen besondern Kriterien sie ausgewählt und zu einer individuellen Rezeptur vereinigt werden können.







